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13 Schüler sind für den Ernstfall gerüstet
Premiere Die erste Schulfeuerwehr des Landes wird am Wilhelm-Hofmann-Gymnasium in St. Goarshausen in Dienst gestellt
Von unserem Mitarbeiter
Norbert Schmiedel
M St. Goarshausen. Das Wilhelm-Hofmann-Gymnasium verfügt ab sofort über eine eigene Schulfeuerwehr, die erste im Land. Die 13-köpfige Einsatzgruppe unter der Leitung von Fabian Zorn wurde in einer angemessenen Feierstunde von Schulleiter Fritz Schornick, Landrat Günter Kern, Kreisbrandinspekteur Gerd Grabitzke, Verbandsbürgermeister Dieter Clasen, Wehrleiter der VG Loreley Ralf Reckermann, und dem Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes, Otto Fürst, in Dienst gestellt.
Dem Festakt in der Aula ging eine Feuerwehrübung voraus, bei der ein Brand auf dem Sportplatz gelöscht werden
musste. Dabei ging es zu wie bei jedem anderen Alarm der örtlichen Wehren oder der Stützpunktwehr auch. Die 13 Feuerwehrmänner stürmten aus ihren Schulklassen in den neu eingerichteten Geräteraum, legten ihre
vorläufige Schutzkleidung an, schafften Pumpe, Standrohr, Schläuche und Strahlrohre herbei, traten kurz zur Lagebesprechung an, und waren dann auch schon eiligst dabei, die Geräte einsatzklar zu machen. Standrohr
auf dem Hydrant mit der Pumpe verbinden, Schläuche ausrollen, auf die nötige Länge ankuppeln, Strahlrohr ansetzten, „Wasser marsch“. Das alles ging sehr schnell, alles im Laufschritt über rund 70 Meter
Strecke. Zwei Mann pro Strahlrohr waren da schon nötig, denn der hohe Wasserdruck machte den Schlauch richtig störrisch. Vier Monate Schulung und Übungszeit lagen hinter der Gruppe, da saß jetzt ein Handgriff wie
der andere. Die fachkundigen Zuschauer waren sehr zufrieden.
In seiner Begrüßung der Festgäste dann in der Aula erinnerte Fritz Schornick an die ersten Gedanken zur
Gründung einer Schulfeuerwehr: „Jaja, eine Schulfeuerwehr-AG ist genau das, was unsere Schule noch braucht.“ Aber gegen die Argumente des stellvertretenden Schulleiters Thomas Guggenbiehl und des Fachlehrers
Fabian Zorn, zugleich Leiter der Jugendfeuerwehr der Verbandsgemeinde Loreley, habe er sich dann nicht mehr wehren können. Auch die 13 Mitglieder der Schulfeuerwehr sind in ihren Heimatorten rechts und links des
Rheins Mitglieder der Feuerwehren, so dass sie von vornherein richtig motiviert waren.
Schornick dankte Günter Kern und Otto Fürst für die „denkbar unbürokratisch“ zugestandene Ausstattung
mit dem notwendigen Gerät und der finanziellen Unterstützung. 1000 Euro von der Naspa-Stiftung und weitere 3000 Euro von der Sparkassenversicherung, die ihr Vertreter zur Feierstunde überbrachte, waren zur
Beschaffung der dringend notwendigen Schutzkleidung gedacht.
Ralf Reckermann überbrachte mit einigen C-Schläuchen die Gratulationen der Feuerwehren der Verbandsgemeinden
Loreley, Nastätten und St. Goar-Oberwesel. Günter Kern und Otto Fürst ging es aber in ihren Gratulationen nicht nur um die Sachausstattung, sondern auch um die persönliche, ideelle Unterstützung dieser „äußerst
sinnvollen und auf Nachhaltigkeit bedachten Arbeitsgemeinschaft“. Die hohe Kompetenz, mit der Fabian Zorn während der Ausbildung eine ebenso hohe Akzeptanz innerhalb der Schule erzielt habe, so Schornick,
müsse auch nachhaltig gefördert werden. Denn mit Ende des laufenden Schuljah- res werden nach ihrem Abitur die ersten Mitglieder der neuen Feuerwehr-AG schon ausscheiden, Nachwuchs muss gewonnen werden.
Otto Fürst will die als „Leuchtturmprojekt“ eingestufte Schulfeuerwehr nutzen, an anderen Schulen für
eine solche Einrichtung zu werben. Wenn auch bei der Übung ein Feuer gelöscht wurde, so wird das aber nicht die vorrangige Aufgabe der Schulfeuerwehr sein. Vielmehr soll die Gruppe Sensibilität unter den Schülern
und Lehrern schaffen, Feuer zu erkennen, seine aktuelle Gefahr einzustufen und im Ernstfall für eine geordnete Evakuierung der Schule und die Rettung Verletzter zu sorgen. Das wären enorm wichtige Erstmaßnahmen, bis
die örtliche Wehr zur Brandbekämpfung eintrifft. Pfarrer Günter Rein und Pater Hugon vom Kloster Kamp-Bornhofen segneten den Einsatz- und Geräteraum ein und erbaten den Schutz Gottes für die Einsatzkräfte, zu denen
auch ein Sohn des Pfarrers gehört.
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